Erster Wahlkreistag im Mehrgenerationenhaus MenschenRäume Mengen

Im Begegnungstreff Café Brauchbar fand im November der erste Wahlkreistag der MenschenRäume – Mehrgenerationenhaus Mengen statt. Das neue Dialogformat wird von der Robert-Bosch-Stiftung gefördert, die bereits das bundesweite Beteiligungsprojekt „Hallo Bundestag“ initiiert hatte. Ziel des Tages war es, politische Mandatsträgerinnen und Mandatsträger sowie Bürgerinnen und Bürger auf niedrigschwellige, offene und persönliche Weise miteinander ins Gespräch zu bringen. Die Allianz für Beteiligung leitet das Förderprogramm im Auftrag der Robert-Bosch-Stiftung.

1. Wahlkreistag bei den MenschenRäumen

Bürgerinnen und Bürger setzen Themen – vielfältige Perspektiven am Vormittag

Der Vormittag stand ganz im Zeichen der aktiven Beteiligung. Die Teilnehmenden – eine bunte Mischung verschiedener Generationen und Hintergründe – sammelten Themen, die ihnen im Alltag wichtig sind, wie zum Beispiel Klimaschutz, bezahlbarer Wohnraum, Stadtbild, ÖPNV, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Bildung . In einem dynamischen Austausch wurden anschließend die Themen für den Nachmittag gemeinsam festgelegt.

Max Harsch, Engagierter der MenschenRäume, fasste es so zusammen:
„Bei uns ging es heute um Klimaschutz und das Stadtbild bezogen auf Mengen, aber auch intensiv um das Miteinander in der Gesellschaft.“

Erste politische Gespräche bereits beim Mittagessen

Beim anschließenden gemeinsamen Mittagessen entwickelten sich dann schon erste intensive Gespräche zwischen Bürgerschaft und Politik. Unter den Gästen waren:

  • Ilona Boos, Kreisrätin & Landtagskandidatin (CDU)
  • Klaus Burger, MdL (CDU)
  • Tanja Hagmann, Ortsvorsteherin Mengen-Blochingen
  • Philipp Hierlemann, Stadtrat Mengen (Bündnis 90/Die Grünen)
  • Hannes Schuster, stv. Geschäftsführer der Allianz für Beteiligung e.V.
  • Philip Schwaiger, Bürgermeister Stadt Mengen
  • Hanna Stauss, Stadträtin/stv. Bürgermeisterin Sigmaringen & Landtagskandidatin (Bündnis 90/Die Grünen)

Diese zeigten sich beeindruckt von der offenen, einladenden Atmosphäre.

Hanna Stauss berichtete:
„Der Wahlkreistag war eine totale Überraschung. Man ist reingekommen und wurde erst einmal herzlich empfangen. Und dass die Bürgerinnen und Bürger vorab die Themen festlegen konnten, war natürlich das Beste, weil genau das angesprochen wurde, was die Leute umtreibt.“

Ilona Boos hob hervor:
„Es war wirklich toll, dass so viele Altersklassen vertreten waren. Auch war es sehr interessant, im niederschwelligen Dialog zu erfahren, wo genau der Schuh drückt und worum wir uns als Politik kümmern müssen.“

Locker in den Nachmittag – und in die Tiefe

Der Nachmittag begann mit einer humorvollen Interviewrunde. Bei der Frage nach den persönlichen Sonntagsplänen zeigten sich Politikerinnen und Bürgerinnen überraschend einig: Neben Verpflichtungen rund um den Volkstrauertag standen Zeit mit der Familie und kleine Ausflüge im Mittelpunkt. Diese lockere Runde nahm vielen die Scheu und ebnete den Weg für den anschließenden Austausch.

An den Thementischen wurde engagiert und differenziert diskutiert. Besonders das Thema Vermüllung und Müllvermeidung wurde an mehreren Tischen intensiv besprochen – mit ersten Lösungsansätzen wie niederschwelligen Bildungsformaten für alle Altersgruppen oder einem stärkeren Appell an die Eigenverantwortung im öffentlichen Raum.

Klaus Burger lobte die Atmosphäre ausdrücklich:
„Die positive Gesprächsatmosphäre auch bei unterschiedlichen Meinungen ist etwas Besonderes – das, was wir heute hier erlebt haben, ist ein Vorzeigeprojekt.“

Auch Philipp Hierlemann betonte die Bedeutung solcher Demokratieformate:
„Beim Wahlkreistag wurde spürbar, dass Politik hier in der Gemeinde in solchen Formaten beginnt. Deshalb ist es wichtig, dass es solche Angebote gibt, um die Partizipation der Bürger zu stärken und damit letztendlich der zunehmenden Politikverdrossenheit entgegenzuwirken.“

Förderprogramm Wahlkreistag

Die Förderbedingungen der Robert-Bosch-Stiftung setzen in diesem niedrigschwelligen Format auf kleine, individuelle Gesprächsrunden. Vorgabe ist daher, mindestens drei politische MandatsträgerInnen zu einem Wahlkreistag einzuladen. Die MenschenRäume – Mehrgenerationenhaus Mengen legen Wert auf intensiven Austausch und Meinungsvielfalt. Deshalb haben sie bei der Vorbereitung des ersten Wahlkreistages die Fördervorgaben deutlich überschritten und neben der Verwaltungsperspektive (Bürgermeister und Ortsvorsteherin) auch Stadträte, Kreisräte, einen Landtagsabgeordneten, Bundestagsabgeordnete (AfD und Die Linke) sowie eine EU-Abgeordnete (SPD) eingeladen. Leider blieben einige Einladungen unbeantwortet. Die EU-Abgeordnete Vivian Costanzo  hat aber bereits ihre Teilnahme für den nächsten politischen Stammtisch zugesagt.

Ausblick: Politischer Stammtisch soll etabliert werden

Der Wahlkreistag war der Auftakt zu einer neuen Reihe dialogorientierter Beteiligungsformate. Künftig soll ein regelmäßiger politischer Stammtisch, ein- bis zweimal jährlich, stattfinden. Das Mehrgenerationenhaus MenschenRäume möchte damit dauerhaft Begegnung, politische Bildung und echtes Miteinander fördern – getragen von der Idee, dass Demokratie vor Ort beginnt und im direkten Austausch lebendig wird.